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Grundlagen

SCHUFA-Score verstehen und verbessern

Was die SCHUFA speichert und was nicht, wie der neue Score aus zwölf Kriterien entsteht, wie Sie Ihre Daten kostenlos sehen und wann Einträge gelöscht werden.

Milad GholampourStand 6 Min. Lesezeit
Hände halten eine Bankkarte neben Unterlagen und Tastatur auf einem Holztisch

Die SCHUFA ist eine private Auskunftei, keine Behörde. Banken, Händler und Telekommunikationsanbieter melden ihr, welche Verträge Sie haben und ob Sie Rechnungen und Raten bezahlen. Daraus berechnet sie einen Score, den Unternehmen abfragen, bevor sie Ihnen einen Kredit, ein Konto mit Dispo oder einen Vertrag auf Rechnung geben.

Wer neu in Deutschland ist, beginnt hier ohne Vorgeschichte. Ein dünner Datensatz ist am Anfang normal und wächst mit der Zeit. Die Regeln dahinter sind überschaubar, und die SCHUFA legt sie inzwischen offen.

Was die SCHUFA speichert und was nicht

Neben der SCHUFA gibt es weitere Auskunfteien, sie ist aber die bekannteste. Gespeichert werden:

  • Name, Geburtsdatum, Geburtsort, aktuelle und frühere Adressen;
  • Verträge wie Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite und Leasing, und ob sie vertragsgemäß laufen;
  • Anfragen von Unternehmen aus den letzten zwölf Monaten;
  • Zahlungsstörungen sowie Einträge aus öffentlichen Verzeichnissen, etwa dem Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen.

Nicht gespeichert werden nach Angaben der SCHUFA Einkommen und Vermögen, Beruf, Familienstand, Staatsangehörigkeit, religiöse oder politische Einstellungen und Daten aus sozialen Netzwerken. Ihre Herkunft spielt also keine Rolle, nur Ihre Verträge und Ihr Zahlungsverhalten in Deutschland.

Eine offene Rechnung landet auch nicht sofort dort. Ein Unternehmen darf eine Zahlungsstörung in der Regel erst melden, wenn die Forderung unbestritten ist, Sie mindestens zweimal schriftlich gemahnt wurden, die erste Mahnung mindestens vier Wochen zurückliegt und Sie auf die mögliche Meldung hingewiesen wurden.

So funktioniert der neue SCHUFA-Score

Seit dem 17. März 2026 gibt es einen neuen Score mit einer Skala von 100 bis 999 Punkten. Er setzt sich aus zwölf offengelegten Kriterien zusammen, und zum ersten Mal sehen Verbraucher und Unternehmen denselben Wert. Unternehmen haben bis Ende 2028 Zeit für die Umstellung, manche arbeiten also noch mit älteren Scores.

Die zwölf Kriterien lassen sich in vier Gruppen fassen:

  • Zahlungsstörungen: das gewichtigste Kriterium. Solange eine gemeldete Zahlungsstörung offen ist, berechnet die SCHUFA gar keinen Score.
  • Zeit: das Alter Ihres ältesten Bankvertrags, Ihrer ältesten Kreditkarte, Ihrer aktuellen Adresse und Ihres jüngsten Rahmenkredits.
  • Neue Verträge in den letzten zwölf Monaten: Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten, Anfragen außerhalb der Banken (Handel, Telekommunikation, Versicherungen) und neu aufgenommene Ratenkredite. Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal.
  • Kreditbild: die längste Restlaufzeit Ihrer Ratenkredite, der Status Ihrer Kredite, ein Immobilienkredit und ob Ihre Identität geprüft wurde, etwa bei einer Kontoeröffnung.

Die SCHUFA ordnet die Werte in Klassen ein: hervorragend (776 bis 999), gut (709 bis 775), akzeptabel (642 bis 708), ausreichend (100 bis 641) und ungenügend, wenn wegen offener Zahlungsstörungen kein Score berechnet wird. Ob Sie einen Vertrag bekommen, entscheidet das Unternehmen selbst, nach eigenen Regeln und mit weiteren Daten wie Ihrem Einkommen.

Für Neuankömmlinge erklärt das den niedrigen Start: Die Zeitkriterien bringen anfangs wenig Punkte und steigen von selbst, solange alles vertragsgemäß läuft.

Kostenlose Selbstauskunft: So sehen Sie Ihre Daten

Nach Art. 15 DSGVO haben Sie das Recht zu erfahren, was die SCHUFA über Sie speichert. Die Datenkopie, oft auch Selbstauskunft genannt, ist kostenlos. Sie beantragen sie ohne Begründung direkt bei der SCHUFA, am einfachsten online, und bekommen sie per Post. Sie enthält Ihre Daten und die Anfragen der letzten zwölf Monate. Daneben zeigt das kostenlose SCHUFA-Konto Ihre Daten und den neuen Score digital an. Die Verbraucherzentrale (öffnet in neuem Tab) empfiehlt, mindestens einmal im Jahr nachzusehen, und warnt vor Drittanbietern, die für diesen Weg Gebühren verlangen.

Ein eigener Blick auf Ihre Daten gehört nicht zu den zwölf Kriterien. Finden Sie einen Fehler, muss die SCHUFA falsche Daten kostenlos berichtigen. Schreiben Sie ihr genau, welche Angabe nicht stimmt, und legen Sie Belege bei.

Wofür der Score zählt: Miete und Kredit

Bei der Wohnungssuche fragen Vermieter oft nach einem Bonitätsnachweis. Ihre vollständige Datenkopie gehört nicht dazu: Nach Auffassung der Datenschutzbehörden dürfen Vermieter sie nicht verlangen, weil sie viel mehr enthält als nötig. Die SCHUFA bietet für Mietinteressenten einen eigenen, kostenpflichtigen BonitätsCheck an. Er zeigt nur, ob Zahlungsstörungen vorliegen, und enthält keinen Score.

Bei einem Kredit oder einer Baufinanzierung ist der Score ein Baustein unter mehreren. Ihr Einkommen prüft die Bank anhand Ihrer Unterlagen, denn die SCHUFA kennt es nicht. Wie Sie die Lohnabrechnung lesen, die dafür zählt, erkläre ich im Artikel Lohnabrechnung verstehen.

SCHUFA-Score verbessern: Gewohnheiten, die helfen

  • Zahlen Sie Rechnungen und Raten pünktlich. Wenn es einmal eng wird, sprechen Sie früh mit dem Unternehmen, bevor die zweite Mahnung kommt.
  • Ist doch eine Zahlungsstörung gemeldet worden, begleichen Sie sie zügig. Wird sie innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung bezahlt und kommt nichts Negatives hinzu, wird sie bereits nach 18 statt nach 36 Monaten gelöscht.
  • Eröffnen Sie nicht viele Konten, Kreditkarten oder Ratenkredite kurz hintereinander. Vergleichen dürfen Sie trotzdem: Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen einmal.
  • Ihr ältestes Konto und Ihre älteste Kreditkarte bringen Punkte für die Zeit. Wer sie ohne Grund kündigt, gibt diese Punkte ab.

Wann Einträge gelöscht werden

InformationLöschung
Anfragen von Unternehmennach zwölf Monaten
Kredite ohne Störungdrei Jahre nach Erledigung
Girokonten und Kreditkarten ohne Störungsobald das Unternehmen die Beendigung meldet
Erledigte Zahlungsstörungendrei Jahre taggenau nach Erledigung, unter den genannten Bedingungen nach 18 Monaten
Schuldnerverzeichnisnach drei Jahren, früher bei nachgewiesener Löschung

Die vollständige Liste veröffentlicht die SCHUFA (öffnet in neuem Tab).

Die wichtigsten Begriffe

BegriffBedeutung
AuskunfteiPrivates Unternehmen, das Daten zur Kreditwürdigkeit sammelt
BonitätIhre Kreditwürdigkeit
Datenkopie nach Art. 15 DSGVOKostenlose Auskunft über alle zu Ihnen gespeicherten Daten
ZahlungsstörungEine fällige, gemahnte und unbestrittene Forderung, die nicht bezahlt wurde
RahmenkreditKreditlinie, die Sie flexibel nutzen können
SchuldnerverzeichnisÖffentliches Verzeichnis der Vollstreckungsgerichte
BonitätsCheckNachweis der SCHUFA für Vermieter, ohne Score

Was ich mir in einem ersten Gespräch ansehe

Wenn ein größerer Schritt ansteht, etwa eine Baufinanzierung, schaue ich mit Ihnen auf:

  • Ihre Datenkopie: Stimmt alles, und gibt es offene Punkte, die zuerst geklärt werden sollten?
  • den Zeitpunkt: Was wird die Bank heute sehen, und lohnt es sich zu warten, bis ein erledigter Eintrag gelöscht ist?
  • das Gesamtbild: Einkommen, Rücklagen und Eigenkapital zählen bei einer Finanzierung mindestens so viel wie der Score.

Häufige Fragen

Wie schnell steigt der SCHUFA-Score wieder?

Das hängt vom Grund ab. Anfragen fallen nach zwölf Monaten heraus, und die Zeitkriterien wachsen von selbst. Eine erledigte Zahlungsstörung wirkt mit der Zeit schwächer, bis sie gelöscht wird.

Was zerstört den SCHUFA-Score?

Am schwersten wiegt eine offene Zahlungsstörung, denn dann wird gar kein Score berechnet. Ähnlich wirken Einträge im Schuldnerverzeichnis oder eine Insolvenz. Viele neue Kredite oder Konten in kurzer Zeit drücken den Wert ebenfalls, aber deutlich weniger.

Ist man nach 3 Jahren automatisch raus aus der SCHUFA?

Nicht automatisch. Die Frist für eine Zahlungsstörung beginnt erst mit der Erledigung, also wenn die Forderung bezahlt ist. Eine offene Forderung bleibt gespeichert. Für pünktlich bezahlte Kredite und erledigte Störungen gilt meist: drei Jahre nach Erledigung.

Wenn Sie Ihre SCHUFA-Daten vor einer größeren Entscheidung einmal mit mir durchgehen möchten: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, in Stuttgart oder online, auf Persisch, Deutsch oder Englisch. Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine E-Mail, die Daten finden Sie auf der Kontaktseite.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung.

Milad Gholampour, Finanzberater in Stuttgart, im schwarzen Sakko mit hellblauem Hemd, lächelnd

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